Kampnagel

Wenn sich die Oud mit der Drum Machine verabredet, ist das Hamburger Kollektiv Diarfest nicht weit. Nach zwei erfolgreichen Sommerfestival-Editionen werden an diesem Abend wieder traditionelle Formen neu gedacht: Mit dem Album „Warak Sham“ (Al Jazzaf Recordings) bringt der syrische Komponist und Oud-Meister Joseph Shami (Al Jazzaf) ein Projekt auf die Bühne, das arabische Musiktraditionen und Sufi-Dichtung in einen zeitgenössischen Clubkontext überführt. Shami versteht seine Musik als Brücke zwischen Kulturen, verwurzelt in alter Poesie mit Resonanz in der Gegenwart. Gemeinsam mit dem Produzenten Dennis Netto und dem Gitarristen Salim Zahra bringen Joseph Shami with The Band in einem Live-Konzert den Club auf Temperatur, bevor es mit der Party weitergeht: DJ Elto aus Leipzig verknüpft Afrohouse und Arab Sounds mit melodischem Techno; und die Hamburgerinnen Hanadi aka Hanadisgarage (Gründungsmitglied von Diarfest) und Tutku bringen RnB-Edits, House, Baile Funk und SWANA-Einflüsse auf die Tanzfläche. Ganz im Sinne von Diarfest erzählt dieser Abend mit jedem Beat eine Geschichte von Identität und Verbundenheit.
Hoe_mies ist ein echtes Berliner Original. Gegründet im Jahr 2017, entwickelte sich das Clubformat schnell zu einem politischen Gegenentwurf zur männlich dominierten Clubszene und zählt mit einem klaren Fokus auf queere, BIPOC- und FLINTA*-Artists zu den einflussreichsten femme-fokussierten Clubnächten Deutschlands. Beim Sommerfestival präsentiert Hoe_mies ein Line-up mit Gründerin Meg10, die Stile wie Y2K-Hip-Hop und Reggaeton nahtlos mit basslastigen Sets verbindet; Kontronatura aus São Paulo, Mitglied von Mamba Negra, einem der größten LGBTQ*-Underground-Kollektive Lateinamerikas, und mit Sets zwischen Baile Funk, Kuduro und Techno bereits beim Sommerfestival 2025 verantwortlich für shakende Clubwände; sowie Zaniah, DJ, Performance-Künstlerin und prägende Figur der Hamburger Ballroom-Szene, die in ihren Sets Latin-Club-Sounds wie Dembow, Baile Funk und Global Bass auf das Energielevel von Ballroom bringt. Eröffnet wird der Abend mit einem Konzert der Hamburgerin Keshia, einer der spannendsten deutschen Newcomer*innen, die mit ihrer Mischung aus experimentellem Alternative Pop und elektronischer Musik 2025 den Hamburg Music Award KRACH+GETÖSE gewann.
Party / Line-Up: agajon & Ahmad Mateen aka Ninja Kidsoul, DJ Jada, SMIKI, Parissa Charghi

HEAVY FEELINGS ist eine Plattform aus Köln für kollaborative, genreübergreifende und zukunftsorientierte Soundpraxis. Abseits von Trends vernetzt sie eine internationale Community und schafft Räume, in denen Musik und Bildende Kunst aufeinandertreffen. Die Sommerfestival-Edition verbindet nun Köln und Hamburg durch ein gemeinsames Line-Up: Zum ersten Mal präsentiert Ahmad Mateen aka Ninja Kidsoul, ein „Pionier des New German Soul“ (ARTE), ein neues gemeinsames Projekt mit seinem Hamburger Kabul Fire Records-Labelmate agajon: ein rohes, genrefluides Set zwischen Soul, Hip-Hop und experimentellem Sound. Sommerfestival Party-Kuratorin und Ballroom Kid DJ Jada bringt rhythmische Intensität mit soulful Sound in die KMH; und SMIKI, Resident und prägende Stimme von HEAVY FEELINGS, vereint RnB, Hip-Hop und elektronische Musik zu dynamischen Sets. Die Nacht beendet Parissa Charghi, Gründerin und Vinyl-Only-Selectorin, die Jazz, Dub und rhythmusgetriebene Elektronik zu vielschichtigen Sets kombiniert. Gemeinsam spiegelt dieses Line-Up geteilte Werte, unterschiedliche Perspektiven und eine Liebe zu Sound wider, die für sich selbst spricht.
Seit 2019 hat sich das Kollektiv ELM STREET 42 als verlässlicher Bestandteil der Clubbing-Szene in Hamburg und Berlin an der Schnittstelle von Musik und visueller Kunst etabliert. Für das Takeover beim Sommerfestival hat ELM STREET 42 den Pariser Produzenten und DJ Von Riu eingeladen, der das einflussreiche Label Jerry Horny mitgründete und inzwischen sein Solo-Imprint glo.bal betreibt. Sein Sound ist eine Fusion aus Progressive House, Trance der 2000er und cluborientierter Bassmusik, nahtlos verwoben mit feinen Breakbeat-Elementen und subtilen Anklängen von Psy-Texturen. Diese Kombination hat ihm sowohl Auftritte in intimen Locations als auch auf den großen Festivalbühnen Europas, Asiens und Südamerikas eingebracht. Begleitet wird der Abend vom ELM STREET 42 Soundsystem sowie den renommierten Residents: DJ SOURCE, onlylu, Yamagucci42, Daschkey, KVLR und UNZHA, die gemeinsam ein vielseitiges musikalisches Spektrum von Breaks über Elektronik bis hin zu Techno abdecken.
Einhundert ist mehr als ein Kollektiv: Es ist ein pulsierender Knotenpunkt diasporischer Clubkultur, der seit über einem Jahrzehnt Räume schafft, sichert und neu denkt. Gegründet wurde es von DJ, Kurator und Oroko Radio Co-Leiter Nico Adomako mit dem Ziel, Szenen von Berlin bis Accra zu vernetzen und in Clubnächten internationale Künstler*innen und avantgardistische Sounds zusammenzubringen. Nach der pulsierenden Party beim vergangenen Sommerfestival präsentiert Einhundert zum Festival-Abschluss ein Line-up, das knistert: mi-el aus London navigiert mühelos zwischen Electro, Bass und experimentellen Clubtexturen an den Decks von Clubs wie Panorama Bar und FOLD oder Festivals wie Field Maneuvers; mobilegirl, Einhundert-Resident mit Signature-Sound, dreht die Zeitachse auf und kombiniert 2000er-Euphorie mit gegenwärtiger Club-Emotionalität; Nas Tea liefert eine körperliche, fast eruptive Mischung aus Deconstructed Club und Breaks; und Kanucia schafft mit Latin-Club-Einflüssen Räume, die sich zwischen Hitze und Hypnose bewegen. Ein Line-up mit einem dynamischen Spannungsbogen und Abschlussparty-To-Remember-Potential.

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