Kampnagel

Der Electro-Pionier huldigt der berühmten Drum Machine 808. Danach: Das Bo, Luis Baltes, DJ Coolmann & DJ Plazebo als Fünf Sterne Soundsystem!

Anfang der 1980er Jahre kombinierte der Egyptian Lover in Los Angeles die Beats der heute ikonischen Roland TR-808 Drum Machine mit Vocoder-Raps, die von Prince inspiriert waren. Aus HipHop wurde damit das futuristische Electro und der Egyptian Lover zur mythisch verehrten Gründungsfigur dieses Genres, auf dem z.B. auch der gegenwärtige Trap-Sound aufbaut. Er beeinflusste Produzenten wie Dr. Dre und bringt sich selbst augenzwinkernd als Inspiration für Kraftwerk ins Spiel. Die hätten Anfang der 1980er Jahre schließlich viel in Los Angeles rumgehangen und sich immer Notizen zu seiner Musik gemacht. Einen guten Einblick in sein Schaffen während dieser Zeit gibt die tolle Stones Throw Compilation „Egyptian Lover 1983-1988”. Zur Eröffnungssause des Internationalen Sommerfestivals spielt der Egyptian Lover nun live, was das Publikum seit über 30 Jahren verlässlich in Staunen versetzt.

Seinen charmanten Vorschlag, am 8. August 2018 die 808 besonders zu feiern, unterstützt an dem Abend auch das Fünf Sterne Soundsystem, Garant für Party und tanzbare Grenzüberschreitungen. Zwei Meister der Zeremonie (Das Bo + Luis Baltes) und zwei Weltklasse- DJs (Coolmann + Plazebo) lassen unsere Herzen schneller schlagen.

www.kampnagel.de/de/programm/egyptian-lover
VVK 10 Euro / AK 12 Euro (50% erm. mit Festivalkarte)
Chess Medi Workshop: „E2-E4“ by Manuel Göttsching
Niklas Wandt & Wolf Müller: „Instrumentalmusik von der Mitte der World"

Inspiriert vom Minimalismus Steve Reichs und Philip Glass’ komponierte der Ash-Ra Tempel-Musiker Manuel Göttsching ein einstündiges Stück für Gitarre und Electronics. „E2-E4“ gilt bis heute als Klassiker der elektronischen Musik. Als Sommerfestival-Auftragsproduktion gibt es nun eine outernational Cover-Version des Göttsching-Klassikers vom Chess Medi Workshop. Der besteht aus den Circuit Diagram-Musikern Kris Jakob und Nicolas Sheikholeslami, dem somalischen Multiinstrumentalisten Mohamed Maalow Nuur (den Sheikholoslami durch seine Arbeit an der Grammy nominierten Compilation mit, durch Kriege verschütteter, somalischer Musik kennenlernte), und dem türkischen Saz-Spieler Mehmet Naar, der das für „E2-E4“ charakteristische Saiteninstrument beisteuert.

Als zweiter Act des Abends präsentieren Wolf Müller aka. Jan Schulte, Produzenten- und DJ-Hexer aus dem Umfeld des Düsseldorfers Salon des Amateurs, und Niklas Wandt ihr vielgelobtes neues New-Age-Barfußtanz Clubalbum: „Instrumentalmusik von der Mitte der World“.


www.kampnagel.de/de/programm/chess-medi-workshop-mueller-wandt
Gisèle Vienne, Bühnenkünstlerin für seelische Abgründe und ekstatische Zustände, zeigt in ihrer bisher größten szenischen Überwältigung eine emotionstaumelnde Party-Crowd.

Die Musik, zu der hier 15 jugendlich aussehende Nachtdurchtänzer*innen in Slow Motion auftreten, hat es in sich. Eine Playlist des Musikers Peter Rehberg, mit Klassikern der Rave-Kultur und dessen elektronischen Vorläufern wie Manuel Göttsching, bereitet den Boden für einen emotionalen Ausnahmezustand. Die Bewegungen der Partygäste sind virtuos verlangsamt und stilisiert, wodurch die nächtliche, quasi-religiöse Ekstase der Tanzenden seziert wird und sich vor den Augen und Ohren der Zuschauenden eine Palette komplexer Gefühlswelten ausbreitet. Im kollektiven Rausch zeigen sich Momente von Liebe und Gewalt oder Intimität und Aversion. Mit dem Rhythmus der Musik und der Körper verschiebt sich auch die Wahrnehmung beim Zusehen: In CROWD liegen die Emotionen buchstäblich blank und erzählen Geschichten, die der Autor Dennis Cooper als Subtext hinter die Bilder geschrieben hat. Damit knüpft die französische Theatermacherin Gisèle Vienne an ihre Theater-Trips an, mit denen sie bereits 2013 und 2015 für verstörend-beglückende Momente auf dem Sommerfestival gesorgt hat.
Gisèle Vienne, Bühnenkünstlerin für seelische Abgründe und ekstatische Zustände, zeigt in ihrer bisher größten szenischen Überwältigung eine emotionstaumelnde Party-Crowd.

Die Musik, zu der hier 15 jugendlich aussehende Nachtdurchtänzer*innen in Slow Motion auftreten, hat es in sich. Eine Playlist des Musikers Peter Rehberg, mit Klassikern der Rave-Kultur und dessen elektronischen Vorläufern wie Manuel Göttsching, bereitet den Boden für einen emotionalen Ausnahmezustand. Die Bewegungen der Partygäste sind virtuos verlangsamt und stilisiert, wodurch die nächtliche, quasi-religiöse Ekstase der Tanzenden seziert wird und sich vor den Augen und Ohren der Zuschauenden eine Palette komplexer Gefühlswelten ausbreitet. Im kollektiven Rausch zeigen sich Momente von Liebe und Gewalt oder Intimität und Aversion. Mit dem Rhythmus der Musik und der Körper verschiebt sich auch die Wahrnehmung beim Zusehen: In CROWD liegen die Emotionen buchstäblich blank und erzählen Geschichten, die der Autor Dennis Cooper als Subtext hinter die Bilder geschrieben hat. Damit knüpft die französische Theatermacherin Gisèle Vienne an ihre Theater-Trips an, mit denen sie bereits 2013 und 2015 für verstörend-beglückende Momente auf dem Sommerfestival gesorgt hat.
Der Techno-Magier veranstaltet mit seinem neuesten Bühnenwerk eine musikalische Konferenz der Bäume.

In seinem neuen Projekt CONFERENCE OF TREES beschäftigt sich der Musiker Hendrik Weber aka Pantha Du Prince mit der Kommunikation der Bäume. Was in zahlreichen Erzählungen quer durch die Kulturen schon seit Jahrtausenden verhandelt wird, findet auch in der Wissenschaft vermehrt Bestätigung: Bäume können untereinander auch über weite Räume hinweg Informationen austauschen. Weber überführt diese zellbiologische „Unterhaltung” in ein künstlerisches Werk, das im Spannungsfeld von Musik, visueller Poesie und spekulativer Wissenschaft einen sinnlichen Zugang zu diesem geheimnisvollen Phänomen ermöglicht. Dabei wird er einmal mehr seinem Ruf als Ausnahmeproduzent gerecht, der es mit einem unverkennbaren Gespür für Harmonien schafft, Avantgarde-Musik mit elektronischen Club-Sounds zusammen zu bringen. Das Instrumentarium hierfür ist teilweise in Handarbeit durch den Künstler selbst entstanden, der in der intensiven Beschäftigung mit dem Material etwas über die Klangcharakteristika unterschiedlicher Hölzer herausfinden wollte. Musikalisch unterstützt wird er von einem Percussion Ensemble, bestehend aus Håkon Stene und Bendik Hovik Kjeldsberg, die auch schon bei seinem letzten Projekt Pantha Du Prince & The Bell Laboratory dabei waren, sowie Manuel Chittka, Schlagzeuger der Band Messer (die ebenfalls auf dem Festival spielt). Das Sommerfestival produziert und präsentiert die Premiere dieses innovativen Konzert-Formats, das anschließend u.a. am Londoner Barbican und den Münchner Kammerspielen gezeigt wird.

www.kampnagel.de/de/programm/the-conference-of-trees
VVK 21 Euro / AK 24 Euro (50% erm. mit Festivalkarte)


Foto: Sebastian Kempff
Stumpf ist Trumpf. Join the Movement!

Mit Geschwindigkeiten von mehr als 180 Beats pro Minute und übersteuerten Sounds, die wie Samples einer Vorstadthöllen-Baustelle klingen, zählen Gabber und Hardcore zu den extremsten Unterkategorien elektronischer Tanzmusik. Seit einiger Zeit erfährt das, hauptsächlich im Rotterdam der 1990er Jahre entstandene, Genre samt Hakketanz und Techno- Skinhead-Mode ein Comeback. Auch der populäre Jumpstyle, mit dem sich die Gruppe (LA)HORDE in ihrem Stück TO DA BONE auseinandersetzt geht auf diese Subkultur zurück. Einer der momentan umtriebigsten Akteure für Gabber ist der italienische DJ Gabber Eleganza, der unter dem gleichen Namen auch ein Webarchiv zur Ästhetik von Post-Rave betreibt und damit Musikund Modejunkies auf der ganzen Welt beglückt.

Als weitere Künstler treten an diesem intensiven Abend Terrorrythmus, der Gabber kunstvoll mit modernem Juke und Footwork kombiniert (auch zu hören bei Jlins Musik für Wayne McGregors Tanz-Stück AUTOBIOGRAPHY) und Pelle Buys auf, Hamburger DJ Veteran und Experte für Schnelles. Abfahrt!

Gabber Eleganza (Berlin/Mailand)


Terrorrhythmus (Bremen)


Pelle Buys (Hamburg)
Zum Abschluss des Sommerfestivals: Disco all night long.

Zur traditionellen Abschlussparty des Internationalen Sommerfestivals ist in diesem Jahr das Disco Illusion Soundsystem zu Gast. Hinter dem Namen verbirgt sich der DJ, Produzent und Mitbetreiber des Smallville Plattenladens, Just von Ahlefeld, der mit weiteren DJs und viel Passion Disco-Musik in all ihren funkelnden Facetten ausleuchtet. Disco ist jener euphorische Musik- und Lebensstil, der in den 1970er Jahren die Emanzipation von Hautfarbe, Klasse und Gender mit Style verband, und später von den Underground-Produzent*innen in Chicago und New York zu House weiterentwickelt wurde. Für die Disco Illusion Veranstaltungen hat Just von Ahlefeld in alter DIY-Manier ein eigenes Lautsprecher-System gebaut, mit dem er in Zeiten von plärrenden Handylautsprechern und überall verfügbarer Musik an die Soundethik von wichtigen DJs wie Larry Levan und David Mancuso erinnert. Als besonderer Gast ist bei der Sommerfestival- Ausgabe von Disco Illusion der Londoner Red Greg mit von der Partie, der sich als exzellenter DJ und Entdecker obskurer Disco-Scheiben einen weltweiten Ruf erspielt hat.

Vergangene Events: