23.04.2016, 20:00

Hamburger Botschaft - Hamburg Elektronisch Release Party at Beta Lounge

Bisher feststehendes Line Up in alphabetischer Reihenfolge :

Deo & Z-Man (mafiosibros.)
eurokai
Joney
Les Loups
levente SUBURB
ralf köster
RSS Disco
Tilman Tausendfreund
tobias lampe
tobi schmid
Patlac
vincenzo

Viel lässt sich gegen den Begriff der „Hamburger Schule“
sagen, zum Beispiel: Die Bands spielten unterschiedliche
Stile, sie wehrten sich gegen lokalpatriotische Vereinnahmung
und vor allem: Schule? Eine Schule für eine Stadt
mit fast zwei Millionen Einwohnern? Das reicht doch
nicht, da muss noch mehr sein. Und da war auch schon
mehr, schon immer. Belege gefällig?
DJ Koze, eigentlich MC bei Fishmob, verarbeitete
Blumfelds „Tausend Tränen tief“ zu Minimal House. Der
Klassenprimus Tocotronic ließ sich von Erobique remixen.
Richard von der Schulenburg, damals Keyboarder
von Die Sterne, ist mittlerweile als DJ bekannt für deepe,
liebevolle Sets.

Oh, und den G-Move für frohsinnige Raver gab es ebenso
wie den FRONT-Club, wo House in der BRD eine erste
Heimstatt fand.

Wer sich der Musikszene Hamburgs nähert, sollte also
nicht den Fehler machen, ihre achtenswerte Vergangenheit
als Hochburg des geschrammelten Diskurses mit
der Gegenwart zu verwechseln. Wer „Hamburger Schule“
sagt, muss auch „Hochschule“ sagen, oder „Uni“,
„polymorphe Abendschule“, vielleicht noch „Bildungskreis
Exzess & Kunst“ und darf selbstverständlich die Dropouts
nicht vergessen.

Diese tummeln sich mittlerweile nicht nur im bereits
erwähnten, politisch wie musikalisch noch immer relevanten
Umfeld des Golden Pudel Clubs. Da gibt es
ebenfalls das GOLEM, Anlaufpunkt für die Bohème mit
Vorliebe für Jazz, Marcuse und Minimal Techno, das
Frappant mit seinen Off-Partys für Kunstsinnige, die lebensfrohen Grünanlagen-Open Airs im Sommer, das PAL
im Karoviertel, das TurTur in Wilhelmsburg, das Uebel &
Gefährlich und noch einige Läden mehr. Ihre Betreiber
lieben das Tanzen und die Musik mehr als das Geschäft.
Manche gehen dabei so weit, dass sie an dieser Stelle
besser nicht genannt werden (sorry, Gewerbeamt). Jenseits
etablierter Strukturen gibt es eine rege und spontane
Szene hingebungsvoller Veranstalter und Labels wie
Smallville, Pampa, Dérive Schallplatten, Jeudi Records
oder Diynamic Music...

Unter anderem, immer unter anderem.
Die Reihe „hamburg elektronisch“ widmete dieser Vielfalt
unter dem Motto „von house zu house“ bereits zwei
Compilations. Deren hohes Niveau wird auch in der dritten
Ausgabe durch insgesamt 29 teils exklusive Tracks
von z.B. DJ Koze, Erobique, Christopher Rau, Isolée und
Lawrence gehalten. Auf zwei CDs inkl. Download, als digitales
Album (jeweils mit Einzeltracks + Mix) und als 12“
EP stellt „hamburg elektronisch vol. 3“ eine Stadt vor, in
der sich mehr bewegt als ein paar Schiffe im Hafen.

Das wollen wir feiern !

Wir freuen uns auf alle teilnehmenden Protagonisten und Euch !